Resolution der Stadt Harburg gegen die Stromtrasse

Ratsfraktion

Die komplette Resolution der Stadt Harburg, wie gestern Abend verabschiedet, hier im Wortlaut:

 

Der Stadtrat der Stadt Harburg beschließt folgende Resolution:

Eine neugeplante Gleichstromtrasse soll den Landkreis Donau-Ries durchschneiden, ggf. ist davon auch das Stadtgebiet von Harburg betroffen. Die Freileitungen mit über 65 Meter Höhe verschandeln für viele Generationen das Bild unserer Heimat und verändern unsere seit Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft in unserer Region. Zudem bestehen Bedenken für die Gesundheit von Mensch und Tier, gerade auch im Hinblick auf die Emissionen.

Die Stadt Harburg stellt in Frage, ob die neue Stromtrasse notwendig ist und ob sie durch unseren Landkreis gehen muss. Bevor ein solcher Einschnitt vorgenommen wird, sind andere alternative Methoden der Energiegewinnung auszuschöpfen. Insoweit stehen wir zur Energiewende.  Auf dem Gebiet der Stadt Harburg wurden beispielsweise mehrere Flächen zur Erzeugung von Windenergie vorgeschlagen. Auch erschließt sich für uns nicht, warum eine Trasse, die vor allem den Großraum München mit Strom versorgen soll, über Schwaben umgeleitet wird und nicht auf dem direkten Weg nach München läuft. Mit der neuen Gleichstromtrasse verlieren die betroffenen Grundstücke an Wert und die Attraktivität des ländlichen Raums sinkt erheblich. Gerade junge Familien werden dort ihre Ansiedlungspläne hinterfragen, was für die Zukunftsfähigkeit der betroffenen Gemeinden sehr problematisch ist.

Eine solide Planung bedarf, dass die Menschen und die Kommunen in den Planungsprozess ehrlich und offen miteinbezogen werden. Großveranstaltungen, die tausende von Menschen auf einmal informieren sollen, helfen dort nicht weiter. Insbesondere verurteilen wir das Vorgehen der Fa. Amprion, die uns mit Schreiben vom 13.01.2014 unzureichend bzw. falsch über den in unserem Gebiet vorgesehenen Trassenverlauf informierte. Die Alternativtrasse die direkt durch unser Stadtgebiet führte war hier gar nicht eingezeichnet. Dass diese Trassenvariante nach wie vor als möglich gilt, mussten wir aus der Presse erfahren. Dieses Vorgehen hat den Anschein einer gezielten Desinformation.

Außerdem ist  ernsthaft zu prüfen, ob und wo der Einsatz einer Erdverkabelung eine Alternative darstellen kann. Dazu ist ggf. das entsprechende Bundesgesetz zu ändern

Die Gemeinden dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Das St.-Florians-Prinzip hilft dabei uns allen nicht. Deshalb bitten wir darum, dass der Landkreis Donau-Ries insgesamt der geplanten Gleichstromtrasse mit Freileitungen widerspricht. Wir regen dazu eine Resolution des Kreistages an. Wir sind ein Landkreis – wir sind Donau-Ries. Wir wollen eine lebenswerte Heimat in allen Teilen unseres Landkreises, sowohl im Norden, wie auch im Süden.

Stadt Harburg

 
 

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